Unterschied zwischen Tramadol und Tilidin

In diesem Beitrag erklären wir die Wirkung und Nebenwirkungen, die typische Dosierung, vor allem auch die Besonderheiten von Tramadol und Tilidin sowie wenn Sie diese Medikamente nehmen.

Tramadol und Tilidin sind so genannte schwach wirksame Opioide. Das bedeutet, man vergleicht sie immer mit dem Opiat Morphin. Und Tramadol zum Beispiel hat ungefähr 10 % der Potenz, d.h. der Wirksamkeit von Morphin, also ein Zehntel. Deswegen gilt Tramadol als schwach wirksames Opioid.

Tilidin und Tramadol werden als Schmerzmittel verwendet, zumeist dann wenn die klassischen Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac (Voltaren Tabletten 100mg rezeptfrei), Metamizol, Celecoxib oder Naproxen nicht mehr ausreichend sind.

TramadolTilidin
WirkstoffklasseSchwach wirksame OpioideSchwach wirksame Opioide
ArzneiformenOral (Tabletten, Tropfen)
Oral retard
Intramuskulär (Injektion)
Oral (Tabletten, Tropfen)
Oral retard
Dosierung25 mg-150 mg (oral)
150 mg (oral retard)
25 mg–100 mg (intramuskulär)
50 mg–150 mg (oral)
100 mg-200 mg (oral retard)
Wirkungsdauer6-9 Stunden (oral)
11-14 Stunden (oral retard)
6-9 Stunden (intramuskulär)
4-6 Stunden (oral)
11-14 Stunden (oral retard)
Wirkungseintritt< 1 Stunde (oral)25-50 Minuten
Halbwertszeit6 Stunden4-6 Stunden
Analgetische Potenz im Vgl. mit Morphin0,10,16-0,19
Bioverfügbarkeit70–75% (oral)
77% (rektal)
100% (intramuskulär)
6% (Tilidin)
99% (aktiver Metabolit Nortilidin)
Proteinbindung20%25%
BesonderheitenBei 10-15% der Bevölkerung nicht wirksamProdrug;
in fixer Kombination mit Naloxon in den Handel gebracht;
weniger Verstopfung auslösend
Suchtpotenzial
Vertriebenweltweithauptsächlich in Belgien, Bulgarien, Deutschland, Luxemburg, Südafrika und in der Schweiz. In den USA verboten
HandelsnamenTramal, Ultram, T-long, Tramabeta, zahlreiche GenerikaAndolor, Nalidin, Tilicomp, Tilidin N, Valoron, Valtran, zahlreiche Generika

Tramadol und Tilidin: Anwendungsgebiete

Tramadol und Tilidin werden verwendet

  1. bei starken Arthrosegelenkschmerzen
  2. bei starken Rückenschmerzen
  3. auch bei Nervenschmerzen, den so genannten neuropathischen Schmerzen
  4. bei Tumorschmerzen (Krebsschmerzen)
  5. bei Schmerzen nach einer OP auch
  6. Migräne

Tramadol vs Tilidin: Wirkung

Tramadol rezeptfrei

Tramadol verhindert die Wiederaufnahme der beiden Stoffe Serotonin und Noradrenalin. Das sind zwei wichtige Stoffe, die unter anderem dazu beitragen, dass der Schmerz vom Rückenmark zum Gehirn nicht weitergeleitet wird. Mehr Serotonin und Noradrenalin bleibt im Blutkreislauf im Körper und damit wird mehr Schmerzweiterleitung blockiert. Aus diesem Grund ist Tramadol ein sehr gutes untypisches Schmerzmedikament. Gegen starke Schmerzen können Sie hier Tramadol bestellen.

Man sollte auch die zweite Besonderheit von Tramadol wissen, dass etwa 10-15% der europäischen Bevölkerung eine genetische Veränderung haben und bei denen Tramadol oftmals nicht so wirksam ist. Das sollte unbedingt beachtet werden, wenn das Medikament verordnet wird. Wenn Sie keine Wirkung feststellen, ist es möglich, dass Sie zu dieser Gruppe gehören.

Bei intravenöser Verabreichung ist die analgetische Potenz von Tramadol mit der von Morphin vergleichbar.

Weiter setzen wir uns mit Tilidin auseinander. Es ist ein so genanntes Prodrug. Das bedeutet, dass Tilidin erst in der Leber zur aktiven Substanz umgewandelt wird. Aus Tilidin wird der aktive Metabolit Nortilidin durch die N-Demethylierung gebildet, hauptsächlich während des First-Pass-Metabolismus in der Leber nach oraler Verabreichung.

Tilidin Retardtabletten

Die systemische Bioverfügbarkeit von oral verabreichtem Tilidin beträgt nur etwa 6%. Nortilidin wird weiter in der Leber zu Bisnortilidin und anderen polaren Verbindungen metabolisiert, die über die Nieren ausgeschieden werden.

Da die analgetischen Wirkungen von Tilidin von der Demethylierung zu Nortilidin abhängen, kann davon ausgegangen werden, dass bei Patienten mit schwerer Leberzirrhose die analgetischen Wirkungen von Tilidin abnehmen.

Zur Vorbeugung der Suchtentwicklung wird Tilidin mit dem Arzneistoff Naloxon kombiniert. Tilidin besitzt eine Potenz, die etwa 15% der von Morphin entspricht. Deshalb wird auch Tilidin als ein schwach wirksames Opioid eingestuft.

Die Wirkdauer von Tilidin beträgt 4-6 Stunden und die Retardtabletten wirken 11-14 Stunden.

Nebenwirkungen von Tilidin und Tramadol

  • Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verstopfung
  • die temporäre Verengung der Pupillen
  • Blutdruckabfall
  • Verringerung der Atemfrequenz

Tramadol kann selbst in geringen Dosen Krampfanfälle auslösen. Deshalb soll die Verwendung dieses Opioids bei Patienten mit Epilepsie am besten vermieden werden.

Das sind die häufigsten Nebenwirkungen von Tramadol und Tilidin, die man oft hört. Die vollständige Liste der Nebenwirkungen gibt es in den Beipackzetteln für diese Schmerzmittel.

Tramadol oder Tilidin: Suchtpotenzial

Es ist wichtig zu wissen, dass auch diese schwach wirksamen Opioide zu einer Sucht oder Abhängigkeit führen können. Bei einigen Patienten können die Nebenwirkungen früh und stark auftreten. Gleichzeitig sind aber Tilidin und Tramadol sehr gute Schmerzmittel. In diesem Zusammenhang haben wir ein paar Empfehlungen für Sie:

  1. ein verantwortungsvoller und kein bedenkenloser Umgang mit den beiden Opioid-Schmerzmitteln.
  2. Beachten Sie die Dosierung, die der Arzt verordnet hat. Nehmen Sie Ihr Medikament entsprechend ein. Die Dosierung sollten Sie nicht selbstständig reduzieren, das ist sehr wichtig bei diesen Schmerzmitteln, sonst kann es zu den Entzugserscheinungen kommen.
  3. Achten Sie auf die kleinsten Anzeichen einer Abhängigkeit. Achten Sie auch darauf, wenn die Nebenwirkungen zu stark sind. Besprechen Sie das sofort mit Ihrem Arzt.

Quellen

  1. Dean L. Tramadol Therapy and CYP2D6 Genotype. Medical Genetics Summaries, September 10, 2015.
  2. Grond S., Sablotzki A. Clinical pharmacology of tramadol. Clin Pharmacokinet. 2004;43(13):879-923.
  3. P. Högger, P. Rohdewald. Comparison of tilidine/naloxone, tramadol and bromfenac in experimental pain: a double-blind randomized crossover study in healthy human volunteers. Int J Clin Pharmacol Ther. 1999 Aug;37(8):377-85.

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