Opioide Liste nach Stärke

Bei leichten Kopf- oder Muskelschmerzen reicht in der Regel ein rezeptfreies Schmerzmittel aus, damit Sie sich besser fühlen. Wenn Ihre Schmerzen jedoch stärker sind, empfiehlt Ihnen Ihr Arzt möglicherweise etwas Stärkeres: ein verschreibungspflichtiges Opioid.

Hier müssen wir zuerst mit 2 Begriffen auseinandersetzen, die oft synonymisch verwendet werden. Das sind Opiate und Opioide. Opiate beziehen sich auf natürliche Stoffe wie Heroin, Morphin und Codein. Opioide beziehen sich auf alle natürlichen, halbsynthetischen und synthetischen Opioide.

Opioide sind eine Art von narkotischen Schmerzmitteln. Sie können schwerwiegende Nebenwirkungen haben, wenn man sie nicht richtig anwendet. Bei Menschen, die an einer Opioidabhängigkeit leiden, begann das Problem oft mit einer Verschreibung.

Wenn Sie Opioide zur Schmerzbekämpfung einnehmen müssen, finden Sie hier einige Hinweise, wie Sie sicherstellen können, dass Sie sie so sicher wie möglich einnehmen.

Inhalt

  1. Was sind Opiate?
  2. Was sind Opioide?
  3. Wirkung von Opiaten und Opioiden
  4. Liste der Opioide
  5. Liste der Opioide, die vom Markt genommen wurden
  6. Opioide Liste nach Stärke
  7. Quellen

Was sind Opiate?

Opiate sind Substanzen mit Wirkstoffen, die natürlich aus Opium gewonnen werden. Zu den gängigen Opiaten gehören Morphin und Codein, die beide direkt aus dem Opium der Mohnpflanze gewonnen werden.

Was sind Opioide?

Opioide sind eine Klasse von Stoffen, die natürlicherweise in der Schlafmohnpflanze vorkommen und im Gehirn eine Vielzahl von Wirkungen entfalten, darunter auch die Linderung von Schmerzen.

Bei Opioiden kann es sich um verschreibungspflichtige Medikamente handeln, die oft als Schmerzmittel bezeichnet werden, oder um so genannte Straßendrogen wie Heroin.

Viele verschreibungspflichtige Opioide werden zur Blockierung von Schmerzsignalen zwischen dem Gehirn und dem Körper eingesetzt und in der Regel zur Behandlung mittlerer bis starker Schmerzen verschrieben. Neben der Schmerzbekämpfung können Opioide bei manchen Menschen ein entspanntes, glückliches oder berauschendes Gefühl auslösen und süchtig machen. Weitere Nebenwirkungen können verlangsamte Atmung, Verstopfung, Übelkeit, Verwirrung und Schläfrigkeit sein.

Wirkung von Opiaten und Opioiden

Sowohl Opioide als auch Opiate wirken durch die Aktivierung von Rezeptoren im Gehirn und die Beruhigung des zentralen Nervensystems. Wenn die Rezeptoren durch eine dieser Substanzen aktiviert werden, setzen sie die sog. Wohlfühl-Chemikalien frei, die als Endorphine bekannt sind. Die durch den Konsum von Opiaten oder Opioiden ausgelöste Freisetzung von Endorphinen führt zu einem Gefühl der Entspannung und Gelassenheit, das stark süchtig machen kann.

Letztlich spielt es keine Rolle, ob eine Substanz aus einer natürlichen Quelle stammt oder chemisch hergestellt wurde. Sowohl Opiate als auch Opioide bergen ein gleich hohes Missbrauchs- und Suchtpotenzial. Bitte besprechen Sie diese Risiken mit Ihrem Arzt, bevor Sie ein Opiat oder Opioid einnehmen.

Liste der Opioide

Zu den opioiden Schmerzmitteln gehören:

  1. Alfentanil (Handelsnamen Rapifen, Alfenta)
  2. Buprenorphin (Handelsnamen Bupensan, Buvidal, Norspan, Subutex, Temgesic, Transtec, Triquisic)
  3. Codein (Handelsnamen Codicaps mono, Codicompren, Codipertussin, Iropect, Tiamon, Tussoret)
  4. Dihydrocodein (Handelsnamen Codidol, Codicontin, DHC Mundipharma, Dehace, Dicodin, Paracodin, Tiamon)
  5. Fentanyl (Handelsnamen Abstral, Actiq, Durogesic, Effentora, Ernsdolor, Fentadolon, Fentamed, Fentaplast, Fentarichtex, Fentoron, Gelitanyl, Ionsys, Instanyl, Matrifen, Sintenyl)
  6. Heroin
  7. Hydromorphon (Handelsnamen Hydal, Jurnista, Palladon)
  8. Levomethadon (Handelsnamen Heptadon, Ketalgin, Methaddict, Mephenon, (L-)Polamidon, L-Poladdict, L-Polaflux, Eptadone, Methaliq)
  9. Meptazinol (Handelsname Meptid)
  10. Methadon
  11. Morphin (Handelsnamen Capros, M-beta, Morixon, Mundidol, MST-Continus, Sevredol, Substitol, Vendal)
  12. Nalbuphin (Handelsnamen Nalpain, Nubain)
  13. Oxycodon (Handelsnamen Carenox, Maridolor, Oxygesic, Oxycontin, Oxynorm, Oxyconoica)
  14. Pethidin (Handelsnamen Alodan, Demerol, Dolantin)
  15. Piritramid (Handelsname Dipidolor)
  16. Remifentanil (Handelsname Ultiva)
  17. Sufentanil (Handelsname Sufenta)
  18. Tapentadol (Handelsnamen Palexia, Yantil, Nucynta, Tydol)
  19. Tilidin (Handelsname Valoron)
  20. Tramadol (Handelsnamen Amadol, Contramal, Ecodolor (CH), Jutadol, Lanalget, Tradonal, Tramagit, Tramal)

Je nach Ihrem Schmerz verschreibt der Arzt eines dieser Schmerzmittel. Bevor Sie mit der Einnahme von Opioiden beginnen, benötigen Sie ein Rezept von Ihrem Arzt. Der Arzt kann die Dosis je nach Bedarf anpassen, um die Schmerzen zu kontrollieren.

Solange Sie Opioid-Schmerzmittel einnehmen, sollten Sie sich regelmäßig bei Ihrem Arzt melden. Ihr Arzt wird wissen müssen:

  • wie Ihre Schmerzen auf das Medikament ansprechen
  • ob Sie irgendwelche Nebenwirkungen haben
  • ob es bei Ihnen mögliche Wechselwirkungen oder Erkrankungen gibt, die das Auftreten von Nebenwirkungen begünstigen könnten, z. B. Schlafapnoe, Alkoholkonsum oder Nierenprobleme
  • ob Sie das Medikament richtig einnehmen

Ändern oder beenden Sie niemals die Einnahme von Opioid-Medikamenten, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben. Wenn ein Schmerzmittel nicht so gut wirkt, wie es sollte, kann Ihr Arzt Sie auf eine andere Dosis umstellen oder ein anderes Medikament verordnen.

Wenn Sie bereit sind, die Einnahme von Opioiden zu beenden, kann Ihr Arzt sie langsam absetzen, wenn Sie sie lange Zeit eingenommen haben, um Ihrem Körper Zeit zur Anpassung zu geben. Andernfalls können Sie Entzugserscheinungen bekommen.

Liste der Opioide, die vom Markt genommen wurden

  1. Dezocin. Bis 2011 wurde es nur in den USA vermarktet, seitdem gibt es keine Zulassung sowohl in den USA als auch in Kanada. Allerdings wird Dezocin oft in China als Schmerzmittel nach einer Operation verordnet.
  2. Pentazocin. Es ist seit 2006 in Deutschland beinahe nicht mehr verwendet. In der Schweiz, Österreich und anderen europäischen Ländern sind keine Arzneimittel mit Pentazocin zugelassen.

Opioide Liste nach Stärke

Mit dem Begriff analgetische Potenz wird ein Maß für die schmerzstillende Wirksamkeit eines Arzneistoffes beschrieben. Meistens geht es um Opioide im Verhältnis zu einer Referenzsubstanz. Morphin gilt als Referenzsubstanz. Seine analgetische Potenz wird mit 1 angegeben. In der Tabelle finden Sie den Vergleich der analgetischen Potenz verschiedener Opioide.

OpioidAnalgetische PotenzWirkdauer
Alfentanil30-4010-15 Min.
Buprenorphin30-7024-69 Stunden
Codein0,14-6 Stunden
Dihydrocodein0,2Bis zu 12 Stunden
Fentanyl12048-72 Stunden
Heroin1,5-33-6 Stunden
Hydromorphon7,54-5 Stunden
Levomethadon44-8 Stunden
Meptazinol0,13-4 Stunden
Methadon5-108-12 Stunden
Morphin15 Stunden
Nalbuphin0,5-0,76 Stunden
Oxycodon23-4 Stunden
Pethidin0,1-0,22-4 Stunden
Piritramid0,75-8 Stunden
Remifentanil100-20010-20 Minuten
Sufentanil10003 Stunden
Tapentadol0,3-0,64-6 Stunden
Tilidin0,1-0,24-6 Stunden
Tramadol0,14-6 Stunden
Opioide Schmerzmittel Tabelle

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Opioide können für Menschen mit mäßigen bis starken Schmerzen einen großen Unterschied machen, aber sie sind nicht immer die richtige Wahl. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob die Einnahme von Opioiden notwendig ist. Wenn Sie sie einnehmen, befolgen Sie sorgfältig die Anweisungen Ihres Arztes. Wenn Ihre Schmerzen nicht auf Krebs zurückzuführen sind, sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie weiterhin Opioide einnehmen müssen. Wenn Sie sie weiter einnehmen müssen, kann eine niedrigere Dosis oder ein Wechsel des Opioidtyps helfen, Probleme zu vermeiden.

Quellen

  1. WHO Guidelines for the Pharmacological and Radiotherapeutic Management of Cancer Pain in Adults and Adolescents. Geneva: World Health Organization; 2018.
  2. Seok Kyeong Oh, Il Ok Lee, Byung Gun Lim et al. Comparison of the Analgesic Effect of Sufentanil versus Fentanyl in Intravenous Patient-Controlled Analgesia after Total Laparoscopic Hysterectomy: A Randomized, Double-blind, Prospective Study. Int J Med Sci. 2019; 16(11): 1439–1446.
  3. Sufentanil. Massachusetts General Hospital Comprehensive Clinical Psychiatry, 2008.

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